Souveränität kann man erlernen (Folge 3 - Körpersprache)
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Newsletter Nr. 3/2009                                       21.12.2009
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Eigentlich... warum eigentlich?
Foto: Heidi Apel, pixelio.de
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Souveränität kann man erlernen (Folge 3 - Körpersprache)
Die Körpersprache ergänzt das verbal Gesagte und ist eine wertvolle Bereicherung eines jeden Gesprächs oder
Vortrags. Sie unterstützt uns dabei, das Ziel jeder Kommunikation zu erreichen: die gegenseitige Verständi-
gung. Körpersprachliche Signale geben dem Gesprächspartner wichtige Hinweise darauf, wie das verbal Ge-
sagte tatsächlich gemeint ist: eine einzige Geste kann unterstreichen und bestätigen, das Gesagte aber ge-
nauso in sein Gegenteil verkehren. Stellen Sie sich vor, Sie bejahen etwas, schütteln aber gleichzeitig leise mit
dem Kopf... Unsere Körpersprache lässt sich teilweise bewusst steuern, aber gerade in ihr kommen auch viele
unbewusste und emotionale Anteile zum Ausdruck, die die Wahrnehmung und Interpretation des Gesagten
durch unser Gegenüber stark beeinflussen. Und weil die Körpersprache die Menschen genauso emotional
anspricht, wirkt sie häufig sehr viel eindringlicher als das Gesagte.
Diese Einsicht können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen und Ihre Körpersprache bewusst einsetzen, um Ihre Worte
wirkungsvoll zu unterstreichen und zu ergänzen. Dabei ist es wichtig, dass Ihre Körpersprache authentisch
und nicht gekünstelt oder übertrieben theatralisch ist. Dies würde sehr schnell unnatürlich und unglaubwürdig
wirken. Im Gegensatz zu einem eher temperamentvollen Menschen werden große Gesten bei einem eher zu-
rückhaltenden Menschen sicher übertrieben und der Auftritt damit kaum überzeugend wirken. Doch schon ein
offener Blick und eine aufrechte Körperhaltung setzen bei ihm auf dezente Weise wirkungsvolle Signale. So
rundet die Körpersprache das Gesamtbild ab und die Person wirkt souverän, authentisch und glaubwürdig.
Zusammenfassend kann man sagen, dass eine aufgesetzte Körpersprache oder Widersprüche zwischen non-
verbaler und verbaler Aussage das Gesamtbild der Persönlichkeit stören und beim Gegenüber Verwirrung oder
sogar Misstrauen hervorrufen. Ein souveräner und überzeugender Auftritt hingegen gelingt dann, wenn
die Körpersprache zur eigenen Persönlichkeit passt und damit ganz unverfälscht ihre Wirkung entfaltet.
Was aber macht die Körpersprache im Einzelnen aus?
Da ist zum einen die Haltung eines Menschen. Aus ihr ziehen wir Rück-
schlüsse auf Persönlichkeit und  Charaktereigenschaften. Nicht umsonst
bedeutet das Wort Haltung nicht nur Körperhaltung, sondern auch so
viel wie Einstellung. Eine aufrechte, kraftvolle Körperhaltung vermittelt
den Eindruck von Souveränität, Dynamik und Leistungsbereitschaft, eine
eingesunkene oder steife Körperhaltung hingegen Mü-
digkeit, Erschöpfung, Anspannung, Stress.
Blickkontakt signalisiert dem Gesprächspartner Auf-
merksamkeit, Aufrichtigkeit und Selbstbewusstsein.
Damit bauen wir eine direkte Brücke zu unserem Gesprächspartner. Umherschweifende
Blicke hingegen zeigen Desinteresse, ausweichende Blicke vermitteln den Eindruck von
Unsicherheit. Allzu durchdringende Blicke  wirken aufdringlich und sind deshalb zu ver-
meiden.
Mit der Mimik können Sie ganz nebenbei Dinge ausdrücken, die sich kaum durch Worte
sagen lassen. Mit einem Stirnrunzeln können Sie beispielsweise signalisieren, dass Sie
einer Aussage skeptisch gegenüberstehen, ohne dies in Worte zu fassen und dadurch die
Glaubwürdigkeit Ihres Gesprächspartners offen in Frage zu stellen. Und mit einem Lächeln
können Sie die Atmosphäre eines Gesprächs positiv und konstruktiv steuern. Wie wichtig die Mimik für eine
gute, lebendige Kommunikation und das gegenseitige Verständnis der Gesprächspartner ist wird deutlich,
wenn wir an das viel zitierte “Pokerface” oder das reglose Gesicht eines Schachspielers denken. Oder unter-
halten Sie sich gerne mit einem “regungslosen” Gegenüber?
Die Gestik hilft, das gesprochene Wort zu unterstreichen. Passende Gesten erhöhen die Aufmerksamkeit, er-
leichtern das Verständnis, wirken belebend, erfrischend, aufmunternd, temperamentvoll. Mit Gesten können
Sie Ihre eigene Glaubhaftigkeit erhöhen. Schon ein leichtes Kopfnicken beispielsweise signalisiert dem Gegen-
über, dass Sie ihm aufmerksam und wohlwollend zuhören. Eine besonders große Wirkung geht dabei von den
Händen aus: frei sichtbar vermitteln sie Offenheit und wecken Vertrauen, ihre Bewegungen unterstreichen die
verbalen Aussagen, versteckt hingegen vermitteln sie Distanz, Unsicherheit, ja sogar Misstrauen. Und wer mit
Gegenständen herumspielt, sich an der Kleidung zupft, hinter dem Ohr kratzt usw. wirkt schnell verunsichert
oder nervös und vermindert damit seine Ausstrahlung.
Mit den Grundregeln guter Gesprächsführung (Dialektik) und der Rhetorik sowie einer authentischen Körper-
sprache steht Ihnen ein “Werkzeugkasten” guter Kommunikation zur Verfügung, mit dem Sie auch schwierige
Gesprächssituationen souverän meistern können. Vor allem in Verhandlungen wird meist derjenige seine eige-
nen Ziele erreichen, der es versteht, diese Werkzeuge an der richtigen Stelle einzusetzen.
Fotos: Fabio Sommaruga, pixelio.de
Foto: Fabio Sommaruga
pixelio.de
Die Geschichte vom Adler, der glaubte ein Huhn zu sein
Ein Mann fand eines Tages ein Adlerei, nahm es mit nach Hause und legte es in das Nest einer ganz gewöhn-
lichen Haushenne. Ein kleiner Adler schlüpfte parallel mit ein paar Hühnerküken aus dem Ei und wuchs zusam-
men mit diesen auf.
Sein ganzes Leben lang versuchte der Adler sich wie ein Huhn zu benehmen, was
ihm aber nicht immer gelang. Manchmal fühlte er sich fremd unter all den Hen-
nen. Doch ohne Zweifel, der Adler dachte, er sei ein Huhn wie alle anderen Hüh-
ner auf dem Hof. Er kratzte und scharrte in der Erde nach Würmern und Insek-
ten. Er gluckte und gackerte halbwegs wie die anderen Hühner. Nur ab und zu
hob er ein wenig seine Flügel und flog ein Stück über den Hühnerhof, ähnlich wie
die anderen Hennen.
Einmal jedoch, er hatte sich völlig vergessen, flog er plötzlich höher als je zu-
vor... höher als die anderen Hennen. Für einen kurzen Augenblick genoss er es,
so hoch durch die Lüfte zu fliegen, für einen Moment lang begann er zu träumen
und war glücklich.
Doch schnell bekam er es mit der Angst zu tun und kehrte zurück auf den Hof.
Die Jahre vergingen und der Adler wurde sehr alt, aber nicht glücklich.
Eines Tages sah er einen herrlichen großen Vogel hoch oben am wolkenlosen
Himmel seine Kreise ziehen. Anmutig und hoheitsvoll schwebte dieser beein-
druckende Vogel in den Lüften, fast ohne seine riesigen, kräftigen Flügel zu
schlagen. Der Hühnerhofadler blickte sehnsüchtig zu ihm empor und wusste
gar nicht, warum dieser Vogel da oben ihn so tief berührte.
"Wer ist das?" fragte er ganz aufgewühlt eine Nachbarhenne. "Ach, das ist der
Adler, der König der Vögel" gackerte die Henne. “Wäre es nicht schön, wenn
wir auch so fliegen könnten?” fragte der Adler. “Das können wir nicht” sagte
die Henne, "mit dem darfst du dich nicht messen. Er gehört dem Himmel. Doch
du und ich, wir sind von anderer Art, wir gehören dem Boden. Wir sind Hühner."
Der Adler schämte sich leise für den unbescheidenen Traum vom freien Flug und für dieses komische Gefühl in
der Brust, das sich in ihm breit gemacht hatte. Ein Gefühl, so weit und luftig, so frei. So blieb der Adler das,
wofür er sich hielt und starb eines Tages als Huhn unter Hühnern.
(nach einer afrikanischen Fabel)
Mich hat diese Geschichte sehr berührt und zum Nachdenken angeregt, als ich sie vor vielen Jahren zum ers-
ten Mal gelesen habe. Sie auch? Wir alle werden als “Adler” geboren. Aber nur allzu oft wachsen wir auf in
dem Bewusstsein, ein “Huhn” zu sein. Der Glaube ist es, der darüber entscheidet, was wir sind. Dieser Glaube
wird gebildet durch unsere Erziehung, durch unsere Erfahrung, durch die Umwelt... vom Kindergarten bis hin
zu Kollegen, Chefs und den Medien. Sätze wie “Das kannst du nicht” prägen sich tief in unser Unterbewusst-
sein ein und bestärken uns  in dem Glauben, scheinbar ein “Huhn” zu sein. Aber wir haben es in der Hand...
wir müssen nicht ein Leben lang an diesem Glauben festhalten. Entscheiden Sie selbst, wer und was auf Ihr
Denken Einfluss nehmen darf... und fliegen Sie! 
Foto: Bärbel Schulz. pixelio.de
Foto: Karl. pixelio.de
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Viele meiner Seminarteilnehmer und Coaching-Kunden wer-
den alleine schon beim Lesen dieser Überschrift leise schmun-
zeln. Und sie werden sich dabei an mein fragendes “Aber?”
oder mein “Und uneigentlich?”  erinnern. Zwar immer mit
einem Augenzwinkern, aber durchaus ernst gemeint. Ob Be-
werbungs-, Führungskräfte-, Selbstbewusstseinstraining oder
Coaching... immer wieder höre ich solche Sätze wie “Meine
Stärken sind eigentlich...”, “Richtig gut bin ich eigentlich...”,
“Eigentlich würde ich gerne...”, “Eigentlich sollte ich...”,
“Eigentlich...”
Ganz ehrlich, früher habe ich solche Sätze auch sehr häufig
gebraucht. Bis mir eines Tages bewusst wurde, was dieses
“eigentlich” bewirkt und wie oft es mich letztlich gehindert
hat, DAS zu tun, was ich gerne getan hätte.
Unbewusst habe ich damit meinem “inneren Schweinehund”
stets ein Hintertürchen offen gehalten. Und eine Entschuldi-
gung hatte ich damit auch gleich parat, denn zu einem “ei-
gentlich” gehört, auch wenn wir es nicht aussprechen, fast
immer ein “aber”. “Eigentlich” wollte ich ja gerne... Aber...
da war so viel anderes zu tun, Freundschaften wollten ge-
pflegt, die Hausarbeit erledigt werden, es wäre vielleicht un-
bequem, mit Aufwand verbunden, was würden andere dann
von mir denken und... Das Ende vom Lied: viele meiner Vor-
haben habe ich erst in die Tat umgesetzt, als ich das Wort
“eigentlich” für mich und weitestgehend aus meinem Sprach-
schagestrichen hatte. Und siehe da, jedes “Aber” hat sich in
Luft aufgelöst oder war ganz einfach zu überwinden - mit
etwas gutem Willen und ein klein wenig Mühe. Doch die stand
in keinem Verhältnis zu dem persönlichen Wohlgefühl, das
getan und erreicht zu haben, was ich wollte!
Und noch etwas bewirkt dieses “eigentlich”: es schränkt das
Vertrauen in uns ein, sowohl das eigene als auch das, welches
andere in uns setzen. Ich will Ihnen das gerne anhand eines
Beispiels erklären. Setzen Sie sich gedanklich doch mal auf
den Stuhl eines Personalchefs. Sie fragen den Bewerber nach
seinen Stärken... und darauf kommt die Antwort “Eigentlich
kann ich ganz gut...” Automatisch werden Sie sich innerlich
fragen: “Aber?” Wahrscheinlich überzeugt Sie diese Antwort
nicht voll und ganz. Und vielleicht kommen Sie, erst recht bei
mehreren “eigentlch” sogar zu dem Schluss, dass der Bewer-
ber selbst nicht von sich und seinen Stärken überzeugt und
damit nicht Ihr Kandidat ist.
 
In diesem Zusammenhang verrate ich Ihnen einmal mehr 
eine meiner Lieblingsfragen:
“Wieso sollten andere an dich glauben, wenn du es selbst
nicht tust?”
Wenn Sie mögen, dann beobachten Sie sich doch einfach mal
selbst: Wie oft sagen Sie eigentlich “eigentlich”?  
Eigentlich
Eigentlich
sollte ich aufbrechen
aus der Enge
verbrauchter Gewohnheiten
Eigentlich
sollte ich aufhören
atemlos durch die Tage
zu rennen
Eigentlich
sollte ich mich weigern
fraglos zu funktionieren
und mich zu verschweigen
Eigentlich
sollte ich das Wort Eigentlich
streichen
um am Ende
nicht sagen zu müssen:
Eigentlich hätte ich
leben wollen
(Antje Sabine Naegeli)
Liebe Leserin, lieber Leser!
Weihnachten steht vor der Tür und das Jahr 2009 neigt sich
langsam seinem Ende zu. Zeit, einfach mal innezuhalten und
das Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen… Ich sage
heute DANKE… an meine Kunden und Geschäftspartner, Semi-
narteilnehmer, Klienten und Leser… für die erfolgreiche Zu-
sammenarbeit und Ihre Treue, für die vielen schönen Erleb-
nisse, für fröhliches Lachen, für Ihre Aufmerksamkeit, für die
inspirierenden und positiven Feedbacks… aber auch an meine
Freunde, Bekannten und Familie… für ihre Zeit, für geteilte
Freude und geteiltes Leid, für ihre Geduld und ihre Bereitschaft,
sich immer wieder konstruktiv mit mir und meinen Ideen aus-
einanderzusetzen, für ihre Impulse…
Ich wünsche Ihnen/euch allen schöne und besinnliche Weih-
nachtstage und freue mich, wenn wir uns in 2010 sehen. Bei
einem der Seminare, Coachings, Vorträge… oder einfach mal
so... auf eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein…
 
Ihnen/euch allen einen tollen Jahresausklang
und einen guten Start in die ersten 52 Wochen
des neuen Jahres
Ihre/eure
Ulrike Koch
Bleib einfach mal stehn
Bleib einmal stehn und haste nicht
und schau das kleine stille Licht.
Hab einmal Zeit für dich allein
zum reinen Unbekümmertsein.
Lass deine Sinne einmal ruhn
und hab den Mut zum Garnichtstun.
Lass diese wilde Welt sich drehn
und hab das Herz, sie nicht zu sehn.
Sei wieder Mensch und wieder Kind
und spür, wie Kinder glücklich sind.
Dann bist, von aller Hast getrennt,
du auf dem Weg hin zum Advent.
(unbekannt)
Wenn Sie mögen, leiten Sie diesen Newsletter gerne an Ihre Freunde und Bekannte weiter. Nur ein einziger inspirierender
Gedanke, ein Impuls für eine Freundin, einen Freund, der zum Nachdenken anregt, und diese werden es Ihnen danken.
egoimpulse!
beratung.coaching.training.