egoimpulse!
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Fabeln und Geschichten
Die Geschichte von den zwei Fröschen
Zwei Frösche waren abends in einen Milchtopf gehüpft und ließen es sich schmecken. Als
sie wieder heraus wollten, schafften sie es aber nicht. Sie konnten die glatte Wand des
Topfes nicht bezwingen. Die Frösche strampelten um ihr Leben. Nach kurzer Zeit gab der
eine Frosch auf. Er sah keinen Ausweg aus der misslichen Lage und jammerte: „Was nützt
es, wenn ich mich anstrenge? Aus diesem Milchtopf kommen wir nie mehr heraus.“ Der
Frosch gab auf, versank in der Milch und ertrank. Der andere Frosch aber kämpfte weiter.
„Es sieht nicht gut aus, aber ich bin ein guter Schwimmer! Ich schwimme, so lange ich
kann" sagte er. Er schwamm und ruderte, stundenlang, die ganze Nacht hindurch bis zur
Erschöpfung, aber er gab nicht auf. Plötzlich spürte er unter sich etwas Festes. Bei Tagesanbruch saß er auf einem Berg
von Butter. Er stieß sich mit letzter Kraft ab und war im Freien.
                                                                     nach  Aesop, griechischer Fabeldichter, ca. 6. Jahrhundert vor Christus
Geben auch Sie niemals auf! Egal, ob eine Aufgabe im Augenblick schwierig, ein Ziel unerreichbar oder ein Traum un-
möglich erscheint! Wer aufgibt, der hat schon verloren. Aber wer an sich und seine Ziele und Träume glaubt gewinnt.
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Foto: MAXX, pixelio.de
Die Geschichte
einer Familie
und ihrem Esel
Es war einmal ein Ehepaar, das einen kleinen Sohn und einen Esel hatte.
Sie beschlossen zu verreisen, zu arbeiten und die Welt kennen zu lernen.
Zusammen mit ihrem Esel zogen sie los.
Im ersten Dorf hörten sie, wie die Leute redeten: “Seht Euch den Bengel
an, wie schlecht er erzogen ist... er sitzt auf dem Esel und seine armen
Eltern müssen laufen.” Also sagte die Frau zu ihrem Mann: “Wir werden
nicht zulassen, dass die Leute schlecht über unsere Sohn reden.” Der
Mann holte den Jungen vom Esel und setzte sich selbst darauf.
Im zweiten Dorf hörten sie die Leute folgendes sagen: “Seht Euch diesen
unverschämten Mann an... er lässt Frau und Kind laufen, während er sich
vom Esel tragen lässt.” Also ließen sie die Mutter auf das Lastentier stei-
gen und Vater und Sohn führten den Esel.
Foto:
Manuela Krause,
pixelio.de
Im dritten Dorf hörten sie die Leute sagen: “Armer Mann! Obwohl er den ganzen Tag hart gearbeitet hat, lässt er seine
Frau auf dem Esel reiten. Und das arme Kind hat mit so einer Rabenmutter sicher auch nichts zu lachen!” Also setzten
sie ihre Reise zu dritt auf dem Lastentier fort.
Im nächsten Dorf hörten sie die Leute sagen: “Das sind ja Bestien, zu dritt auf dem Esel zu reiten. Sie werden dem
armen Tier den Rücken brechen!” Also beschlossen sie, alle drei neben dem Esel herzugehen.
Im nächsten Dorf trauten sie ihren Ohren nicht, als sie die Leute sagen hörten: “Schaut euch die drei Idioten mal an.
Sie laufen, obwohl sie einen Esel haben, der sie tragen könnte!”
                                                                                                                                           (Verfasser unbekannt)
Fazit:
Andere Menschen werden immer etwas finden, um Sie zu kritisieren, wenn sie wollen. Aber es ist Ihr Leben! Und Sie
haben die Wahl! Deshalb: seien Sie selbstbewusst! Leben Sie so, wie Sie es für richtig halten und gehen Sie, wohin Ihr
Herz und Ihre Träume Sie führen...
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Die Geschichte vom Adler, der glaubte ein Huhn zu sein
Ein Mann fand eines Tages ein Adlerei, nahm es mit nach Hause und legte es in das Nest einer ganz gewöhnlichen Haushenne. Ein
kleiner Adler schlüpfte parallel mit ein paar Hühnerküken aus dem Ei und wuchs zusammen mit diesen auf.
Sein ganzes Leben lang versuchte der Adler sich wie ein Huhn zu benehmen, was ihm aber nicht immer
gelang. Manchmal fühlte er sich fremd unter all den Hennen. Doch ohne Zweifel, der Adler dachte, er
sei ein Huhn wie alle anderen Hühner auf dem Hof. Er kratzte und scharrte in der Erde nach Würmern
und Insekten. Er gluckte und gackerte halbwegs wie die anderen Hühner. Nur ab und zu hob er ein
wenig seine Flügel und flog ein Stück über den Hühnerhof, ähnlich wie die anderen Hennen.
Einmal jedoch, er hatte sich völlig vergessen, flog er plötzlich höher als je zuvor... höher als die
anderen Hennen. Für einen kurzen Augenblick genoss er es, so hoch durch die Lüfte zu fliegen, für
einen Moment lang begann er zu träumen und war glücklich.
Doch schnell bekam er es mit der Angst zu tun und kehrte zurück auf den Hof. Die Jahre vergingen und
der Adler wurde sehr alt, aber nicht glücklich.
Eines Tages sah er einen herrlichen großen Vogel hoch oben am
wolkenlosen Himmel seine Kreise ziehen. Anmutig und hoheitsvoll
schwebte dieser beeindruckende Vogel in den Lüften, fast ohne seine riesigen, kräftigen Flügel zu
schlagen. Der Hühnerhofadler blickte sehnsüchtig zu ihm empor und wusste gar nicht, warum dieser
Vogel da oben ihn so tief berührte.
"Wer ist das?" fragte er ganz aufgewühlt eine Nachbarhenne. "Ach, das ist der Adler, der König der
Vögel" gackerte die Henne. “Wäre es nicht schön, wenn wir auch so fliegen könnten?” fragte der
Adler. “Das können wir nicht” sagte die Henne, "mit dem darfst du dich nicht messen. Er gehört dem
Himmel. Doch du und ich, wir sind von anderer Art, wir gehören dem Boden. Wir sind Hühner."
Der Adler schämte sich leise für den unbescheidenen Traum vom freien Flug und für dieses komische
Gefühl in der Brust, das sich in ihm breit gemacht hatte. Ein Gefühl, so weit und luftig, so frei. So blieb der Adler das, wofür er sich hielt
und starb eines Tages als Huhn unter Hühnern.
(nach einer afrikanischen Fabel)
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Foto: Bärbel Schulz. pixelio.de
Foto: Karl. pixelio.de
Auf die innere Einstellung kommt es an!
Der Tempel der tausend Spiegel 
Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf
einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund und
erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den
Tempel der tausend Spiegel.
Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er
bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen
die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde
sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine,
knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.
Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an,
dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe. Einige Zeit später kam
ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend
Spiegel. Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich.
Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.
Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden
bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.
(aus Indien)
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Foto: Manuela Wolff. pixelio.de
Die Geschichte vom “Schafslöwen”
 
Eines Tages traf ein prächtiger, wilder und weiser Löwe auf eine Schafsherde
und zu seinem großen Erstaunen entdeckte er einen Artgenossen unter den
Schafen. Einen Löwen, der offenbar schon als Löwenbaby unter die Schafe
geriet und unter diesen aufgewachsen war. Dieser Schafslöwe blökte wie ein
Schaf und lief herum wie ein Schaf, was alles merkwürdig und unangemes-
sen wirkte.
Der weise, wilde Löwe aus freier Wildbahn lief schnurstracks auf den Schafs-
löwen zu. Und als der dieser den richtigen Löwen vor sich sah, zitterte er vor
Angst. Da fragte ihn der wilde Löwe: "Was treibst du denn hier unter lauter
Schafen?"
Der Schafslöwe antwortete: "Ich bin ein Schaf." Der wilde Löwe erwiderte:
"Nein, nein, du bist niemals ein Schaf. Du kommst sofort mit mir."
Darauf führte er den zögerlichen und noch immer ein wenig ängstlichen Schafslöwen an einen spiegelglatten
Teich und befahl ihm: "Schau hinein! Was siehst du?"
Als der Schafslöwe ins Wasser schaute und sein Spiegelbild sah, da brüllte er vor lauter Freude gewaltig auf.
Von diesem Augenblick an war der Schafslöwe ein anderer: stolz, stark und seiner selbst bewusst.
(Verfasser unbekannt)
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Foto: Liebesspieler, pixelio.de